Geschlecht
Für die aussagekräftige Interpretation zahlreicher Laborparameter ist die Kenntnis des Geschlechts des Patienten Voraussetzung. Wir bitten daher um Markierung des entsprechenden Feldes auf dem Überweisungsschein. Geschlechtsspezifische Unterschiede finden sich u.a. bei:
- Hormonen (z.B. unterschiedliche Konzentrationen von Östradiol, Testosteron)
- den Referenzbereichen von Leberenzymen, Kreatinin, Eisen, Ferritin, BSG, Kreatinkinase, Blutbild
- Erthrozyten- und Hämoglobinkonzentrationen (bei Männern höher als bei Frauen)
Lebensalter
- erhöhte Hämoglobin- und Bilirubinkonzentrationen bei Neugeborenen
- erhöhte alkalische Phosphatase in der Wachstumsphase
Zirkadiane und saisonale Schwankungen, Biorhythmik
Viele Hormone weisen tagesabhängige Konzentrationsschwankungen auf. Entsprechende Parameter sollten daher als Tagesprofil oder im 24 Std.-Sammelurin bestimmt werden. Ein einzelner Messwert hat nur eine begrenzte Aussagekraft.
Parameter mit ausgeprägter Tagesrhythmik (Maximum in Klammern):
- ACTH (morgens)
- Cortisol (tageszeitliche Schwankungen)
- Katecholamine (morgens)
- Eisen (mittags)
- Wachstumshormin, Parathormon (nachts)
Ein Beispiel für saisonale Schwankungen ist Vitamin D mit Maximalwerten im Sommer (UV-abhängig).
Zahlreiche Hormone unterliegen einer Biorhythmik im Rahmen des Menstruationszyklus (Fertilitätsdiagnostik).
Bei gezielten Fragestellungen beraten wir Sie gerne persönlich.
Ernährung
- Bei Nahrungskarenz verändert sich die Konzentration von Proteinen, Fetten und Harnstoff (erniedrigt), Kreatinin, und Harnsäure steigen an
- Vegetarische Kost führt zur Abnahme von Kreatinin und Vitamin B12
- Eiweißreiche Diäten führen zu einem Anstieg von Proteinen, GPT und Ammoniak
- Fett- und kohlenhydrathaltige Kost führt zum Anstieg von Triglyceriden
Rauchen
- Chronischer Nikotinabusus führt u.a. zu einer Erhöhung von CEA, Leukozyten, Adrenalin, Cortisol, Lipoproteinen und Spurenelementen
- Vermindert sind u.a. die Konzentrationen von ACE, Prolaktin, Vitamin C
- Nach direktem Zigarettenkonsum ist das CO-Hb und die Glucosekonzentration erhöht
Alkohol
- chronischer Alkoholabusus führt u.a. zu einer Erhöhung von y-GT, GPT, GOT, MCV, CDT, Adrenalin, Cortisol
- 2-3 Std. nach Alkoholkonsum ist Laktat erhöht und Glucose vermindert
Weitere: Körperliche Aktivität, Zustand nach Impfungen
- Störfaktoren, die die analytische Leistungsfähigkeit der Untersuchungen/Auswertungen wesentlich beeinträchtigen können sind u.a. starke Hämolyse, Lipämie, Bilirubinämie, Autoimmunerkrankungen, Kreuzreaktionen, Kälteagglutinine/-antikörper, Medikamente